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Wenn Ihr altes ERP-System Ihr Geschäft zu gefährden droht: Zeit für den ERP-Wechsel

von Patrick Glauser | 1. Okt. 2026

Auf sich verändernde Kundenbedürfnisse und Geschäftsanforderungen reagieren

Die Bedürfnisse und Erwartungen der Kundinnen und Kunden haben sich verändert – und das nicht erst seit der Pandemie. Ältere ERP-Systeme können mit den steigenden Anforderungen nicht mehr Schritt halten. Oft ist eine eingeschränkte Funktionalität älterer Systeme ein zentraler Auslöser für den Wechsel. Die goldene Regel "Never touch a running system" ist fehl am Platz, wenn das Tagesgeschäft beeinträchtigt wird oder gar geschäftskritische Probleme damit einhergehen. Unternehmen benötigen eine moderne Technologieplattform, die sie und ihre Mitarbeitenden wie nie zuvor vernetzt. Eine ERP-Umstellung schafft die Grundlage für effiziente Prozesse, Transparenz und zukünftiges Wachstum.

Informationssilos, unvernetzte Systeme und manuelle Prozesse halten Unternehmen davon ab, das von ihren Kundinnen und Kunden erwartete Erlebnis zu bieten, und können ihr Geschäft gefährden. Auf den ersten Blick wirkt die Umstellung eines ERP-Systems sehr aufwändig. Doch was kostet es tatsächlich, ein System beizubehalten, das den Anforderungen nicht mehr gerecht wird?

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Anzeichen auf eine veraltete ERP-Software hindeuten, wann es Zeit ist, über einen ERP-Wechsel nachzudenken – und wie der Wechsel gelingt. Zudem zeigen wir auf, worauf Unternehmen bei der ERP-Umstellung und beim Wechsel des ERP-Systems achten sollten.

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Anzeichen 1: Einzelsysteme, die nicht miteinander vernetzt sind

Unternehmen setzen oft Insellösungen ein, die im Laufe der Zeit für einzelne Aufgaben hinzugekommen sind und nur einzelne Bereiche abdecken – ein typisches Warnsignal für einen notwendigen Systemwechsel. Diese Insellösungen führen zu einer heterogenen Systemlandschaft, in der zahlreiche nicht miteinander vernetzte Einzelsysteme über Schnittstellen an das zentrale ERP-System angebunden sind. Das verursacht einen grossen Wartungs- und Pflegeaufwand: An den Übergängen zwischen den Systemen kommt es zu Schwierigkeiten, Daten werden nicht oder nur unvollständig ausgetauscht, und die Geschäftsprozesse geraten ins Stocken. Eine vollständige Systemlandkarte hilft, die Schnittstellen zu planen und die Ablösung im Rahmen einer strukturierten ERP-Migration anzugehen.

Anzeichen 2: Zu häufige Nutzung von Excel

Excel ist eines der am meisten verwendeten IT-Tools, da es relativ leicht erlernbar und einfach zu bedienen ist. Jedoch wird in sehr vielen Unternehmen der Fehler begangen, Daten aus einem System zu exportieren und diese in ein anderes System zu importieren. Der Grund dafür liegt in der fehlenden Vernetzung der Systeme. Ausserdem sind die Daten, die gezogen werden, bereits "alt", bevor man überhaupt mit den wichtigen Auswertungen begonnen hat. Häufig wird Excel auch für die Abbildung von verschiedenen Geschäftsprozessen angewendet und wichtige Auswertungen und Reports werden in regelmässigen Abständen in Tabellen zusammengeführt – und das immer und immer wieder. Das bindet wichtige Personalressourcen, die an einer anderen Stelle wiederum nicht zur Verfügung stehen.

Ein weiteres Problem bei fehlenden Prozessen ist es, dass viele Anwenderinnen und Anwender damit beginnen, selbst "kreativ zu sein", und für fehlende Funktionen eigene Excel-Tabellen entwickeln. Mit der Zeit entsteht dadurch ein Wildwuchs aus Listen, Kalkulationsblättern und Businessgrafiken, die im Unternehmen umherschwirren. Irgendwann weiss niemand mehr, wo die Datensammlungen überall gespeichert sind. Ein solcher Datenwildwuchs lässt sich mit der Zeit kaum noch kontrollieren.

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Anzeichen 3: Geschwindigkeitsprobleme

Gerade bei älteren ERP-Systemen mit veralteter Technologie treten häufig Geschwindigkeitsprobleme auf. Die Geschwindigkeit sinkt nicht zuletzt durch die steigenden Datenmengen und bei der Verarbeitung immer komplexerer und umfangreicherer Reports und Auswertungen.

Oft sind es zwar nur kurze Unterbrechungen, doch sie summieren sich zu einem erheblichen Arbeitsausfall der Mitarbeitenden – ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, der gerade bei vielen Usern schnell relevant wird, und die Produktivität leidet darunter. Ein langsames ERP-System kann zudem die Motivation der Mitarbeitenden bremsen. Moderne Systeme schaffen hier durch Automatisierung spürbare Entlastung. Diesen Aspekt sollten Unternehmen bei der Modernisierung ihres ERP-Systems ebenso berücksichtigen wie die hohen Betriebskosten veralteter Systeme.

Silvia Barletta
Iris Jenni
Projektleiterin | Sponser Sport Food AG
„Der Wechsel auf Dynamics Business Central verlief reibungslos, denn wir konnten bereits ab Tag eins wieder Bestellungen vom Webshop abwickeln und Rechnungen auslösen – das alles funktioniert neu mit nur wenigen Klicks. Somit konnten wir unsere manuellen Aufwände auf das Minimum reduzieren und profitieren jetzt von effizienteren Prozessen.“

Anzeichen 4: Sinkende Produktivität und fehlende KI-Unterstützung

Ein ERP-System sollte Mitarbeitende entlasten und Geschäftsprozesse effizienter gestalten. Ist das Gegenteil der Fall, ist Vorsicht geboten. Fehlende Funktionen werden mit individuellen Workarounds umgangen, manuelle Tätigkeiten nehmen zu und Mitarbeitende wechseln ständig zwischen verschiedenen Anwendungen. Das kostet Zeit, erhöht die Fehleranfälligkeit und mindert die Produktivität im Arbeitsalltag.

Gleichzeitig gewinnen Automatisierung und Künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung. Moderne ERP-Systeme schaffen die Grundlage für KI-gestützte Analysen, intelligente Assistentinnen und Assistenten und automatisierte Prozesse. Veraltete Systeme können diese Möglichkeiten häufig nur eingeschränkt unterstützen. Dadurch bleiben wertvolle Effizienzpotenziale ungenutzt und Unternehmen verzichten auf Chancen, ihre Mitarbeitenden zu entlasten und Prozesse nachhaltig zu optimieren.

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Anzeichen 5: Fehlende digitale End-to-End-Prozesse

Schon in der Vergangenheit hatten viele Unternehmen das Ziel, ihre Geschäftsprozesse von A bis Z zu digitalisieren und für Kundinnen und Kunden so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Etablierung von digitalen End-to-End-Prozessen steht ganz oben auf der Prioritätenliste. So sollen beispielsweise alle Teilschritte – von der Kundenbestellung via Smartphone über die Kommissionierung und Verrechnung der Ware bis hin zur Auslieferung – vollautomatisch vom System vorgegeben und ausgeführt werden. Ohne ein ERP-System, das den gesamten Prozess abbildet und einen durchgängigen Informationsfluss sicherstellt, ist das kaum realisierbar.

Anzeichen 6: Fehlender oder eingeschränkter mobiler Zugriff bei fehlendem Cloud ERP

Gerade jüngere Fachkräfte setzen eine moderne Ausstattung des Arbeitsplatzes voraus. Nebst der Möglichkeit für Homeoffice gehören IT-Tools, die sich ortsunabhängig bedienen lassen, zur Standardanforderung. Dazu zählt auch ein ERP-System, das sich so mühelos in die heutigen Arbeitsprozesse einfügt, wie es gängige Office-Anwendungen wie Word, Excel oder Outlook längst tun. In älteren Systemen sind die Verfügbarkeit auf mobilen Endgeräten und das strukturierte Arbeiten in Teams aber oft nicht vorgesehen, und On-Premises-Lösungen sind hier meist unflexibler als eine moderne Cloud-Lösung. Der ortsunabhängige Zugriff auf das ERP-System – egal ob aus dem Büro, von zu Hause oder von unterwegs – ist zum Must-have avanciert.

So gelingt der ERP-Wechsel: die wichtigsten Schritte

Ein ERP-Wechsel sollte als Unternehmensprojekt und nicht nur als IT-Projekt betrachtet werden: Er umfasst typischerweise die Anpassung von Prozessen und die Migration der Daten, verändert Zuständigkeiten und den Arbeitsalltag vieler Mitarbeitender. Mit sorgfältiger Planung und einer klaren Strategie lässt sich das Projekt aber gut beherrschen. Diese Schritte haben sich bewährt:

1. Ist-Analyse: Prozesse und Schwachstellen erfassen

Am Anfang steht eine Ist-Analyse der Unternehmensprozesse: Welche Abläufe funktionieren heute wie, und wo entstehen Medienbrüche, Excel-Workarounds oder Wartezeiten? Das Ergebnis zeigt, welche Schwachstellen das neue System lösen muss – und welche Prozesse sich bewährt haben und erhalten bleiben sollen.

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2. Anforderungen definieren und priorisieren

Aus der Ist-Analyse entsteht ein Anforderungskatalog, der die funktionalen und technischen Anforderungen an das neue System festhält. Priorisieren Sie diese konsequent nach Muss-, Soll- und Kann-Anforderungen, damit der Projektumfang nicht laufend wächst (Scope Creep). In diesem Schritt fällt auch die Entscheidung für das Betriebsmodell:

• Cloud-ERP: geringere Anfangskosten, Updates spielt der Anbieter automatisch ein, und der Zugriff ist ortsunabhängig möglich – vorausgesetzt, es besteht eine stabile Internetverbindung. Zudem setzt die Cloud Vertrauen in den Datenschutz des Anbieters voraus.

• On-Premises: volle Kontrolle über Daten und Infrastruktur, dafür braucht es eigene Hardware sowie Personal für Betrieb, Wartung und Updates.

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3. Internes Projektteam aufstellen

Neben dem ERP-Partner braucht es ein internes Projektteam mit klaren Verantwortlichkeiten: eine Projektleitung, die Entscheide treffen kann, und Key-User aus den Fachbereichen, die ihre Prozesse genau kennen. Die grösste Herausforderung bei einem ERP-Wechsel ist oft nicht die Technik, sondern der Faktor Mensch. Beziehen Sie die Mitarbeitenden deshalb frühzeitig ein und planen Sie Change Management und Schulungen von Anfang an mit – so entsteht Akzeptanz für das neue System.

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4. Datenmigration sorgfältig vorbereiten

Die Datenmigration ist einer der kritischsten Schritte beim ERP-Wechsel, denn unvollständige oder fehlerhafte Daten können den Systemstart gefährden. Bewährt hat sich folgendes Vorgehen:

• Daten bereinigen: Dubletten, veraltete Artikel und inaktive Kundendaten vor der Migration bereinigen, statt sie ins neue System mitzunehmen.

• Migrationsstrategie festlegen: Welche Daten werden übernommen – nur Stammdaten und offene Posten oder auch die Historie?

• Back-up erstellen: Die Altdaten vor der Migration vollständig sichern.

• Mehrfach testen: Mehrere Testmigrationen durchführen und die Ergebnisse von den Fachbereichen prüfen lassen.

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5. Go-Live planen

Planen Sie einen realistischen Zeitplan mit genügend Puffer und legen Sie den Go-Live idealerweise in eine betriebsarme Phase – also nicht in eine Saisonspitze oder mitten in den Jahresabschluss. Ein klarer Go-Live-Plan regelt, wer was bis wann prüft und freigibt.

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6. Hypercare nach dem Go-Live

Auf den Go-Live folgt die Hypercare-Phase: In den ersten Wochen stehen Projektteam und ERP-Partner eng zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und Probleme schnell zu lösen, bevor das System in den regulären Betrieb übergeht.

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Was kostet ein ERP-Wechsel wirklich?

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Unser Fazit

Trotz regelmässiger Updates kommt der Lebenszyklus eines jeden Systems irgendwann an seine Grenzen. Je länger man am falschen oder veralteten ERP-System festhält, desto mehr unnötige Kosten entstehen, die sich eigentlich vermeiden lassen.

Nur eine wirklich integrierte ERP-Lösung, die alle wichtigen Teilprozesse des Unternehmens abbildet, ist optimal auf das Unternehmen abgestimmt. Die Vorteile eines modernen ERP-Systems umfassen neben einem besseren Prozessfit oft auch signifikant sinkende IT-Kosten. Bevor die unzureichende Abbildung von Geschäftsprozessen zu einem Hindernis wird, sollten Sie einen Wechsel ins Auge fassen. Unser Rat lautet deshalb: den Umstieg lieber früher als später in Angriff nehmen, um den Anschluss an den Wettbewerb nicht zu verpassen.

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